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Pöllauer Hirschbirne

Man muss im Pöllauer Tal nicht allzu weit "herumhirschen" um in den Genuss der legendären Hirschbirne zu kommen. Diese besondere Frucht stammt von einer alten steirischen Birnbaumsorte, deren Name auf das Wort "Herbst" zurückzuführen ist.

Größere Bestände dieser Bäume sind in der Steiermark nur noch im Pöllauer Tal erhalten - dank der Voraussicht und dem Bewusstsein der Bauern. Die ältesten Hirschbirnbäume, meist in Baumreihen oder in so genannten Streuobstwiesen gepflanzt, sind 200 Jahre alt! Mit viel Geschick und traditionellem Wissen zaubern unsere Bauern aus den Birnen wahre Köstlichkeiten, wie Hirschbirnsaft, Edelbrände, Essig, Marmelade oder die vitaminreichen Kletzen (gedörrte Birnen).

Diese Birne hat es nun zu größerer Berühmtheit geschafft: aufgrund der Hirschbirne wurde der Naturpark Pöllauer Tal vom Lebensministerium als GENUSSREGION ÖSTERREICH ausgezeichnet.
Für den Naturpark Pöllauer Tal ist die Auszeichnung zum einen eine große Bestätigung für die bisherige Arbeit und die Spezialisierung auf die Hirschbirne als Leitprodukt. Zum anderen bietet diese Auszeichnung ein großes Potential und viele Möglichkeiten von der verbesserten Zusammenarbeit in der Region bis hin zur Vermarktung.

Ursprünglich wurde der Hirschbirnensaft zu Most vergoren, Schnaps gebrannt oder die Birne getrocknet und als Dörrobst verwendet. Mit der Wiederentdeckung der Hirschbirne gab es eine Weiterentwicklung und Ausweitung der Produktpalette. Einige Bauern erzeugen einen sortenreinen Hirschbirnenessig, welcher sich vor allem durch seinen einzigartig vollen Geschmack von den anderen Fruchtessigen unterscheidet. Neben Edelbränden und Most wird auch der reine Hirschbirnsaft gerne getrunken. Marmeladen und Gelees vervollständigen die Liste der Hirschbirnerzeugnisse.

Die Konditorei Ebner hat die gedörrte Hirschbirne schon lange für sich entdeckt: Der mit Hirschbirnen gefüllte Lebkuchen und die Pöllauer Kraftkugel sind fixer Bestandteil im Repertoire der Traditionskonditorei.

Die Fleischhauerei Buchberger in Pöllau verfeinert ihren Schinken mit gedörrten Birnen und hat so zwei Pöllauer Spezialitäten miteinander verbunden. Die Hirschbirnleberpastete und der Hirschbirnleberkäse gehören ebenfalls zu den Spezialitäten der Fleischhauerei.

Die Gastwirte der Region Naturpark Pöllauer Tal haben die Hirschbirne ebenfalls für die Küche wiederentdeckt: Sie kreieren alte und neue Speisen aus den Produkten der Hirschbirne. Hier nur ein Auszug aus den Speisekarten: Schweineschopf gefüllt mit gedörrten Hirschbirnen, Grießterrine mit Dörrbirnenkoch, Besoffener Hirschbirnbauer, Hirschbirnkipferl und vieles mehr.

Die Hirschbirne prägt aber nicht nur die kulinarische Landkarte des Pöllauer Tales: die knorrigen Bäume mit ihren prachtvollen Kronen - in Alleen oder Streuobstwiesen gepflanzt - sind für das einmalige Landschaftsbild des Talkessels verantwortlich.


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