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| Kirchliche Feste und Bräuche im Pöllauer Tal |
Bräuche, Feste und Traditionen prägen den Jahreskreis und verleihen jeder Jahreszeit einen eigenen Charakter. Das Kirchenjahr mit seinen besonderen Höhepunkten wird in den Pfarren Pöllau und Pöllauberg festlich begangen. Dem Kalender folgend drückt sich das Brauchtum unserer Region in kirchlichen Festtagen zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Fronleichnam und den Wallfahrtstagen am Pöllauberg aus. Zur Mitfeier sind alle herzlich eingeladen.
Palmweihe
Am Sonntag vor Ostern werden in jedem Haushalt Palmbuschen vorbereitet, die am Palmsonntag am Hauptplatz Pöllau oder Kirchplatz Pöllauberg im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem, gesegnet werden. Diese Palmbuschen werden als Segenszweige zu Hause aufbewahrt und zu Ostern bei den Bauern auf den Feldern aufgesteckt (Grean Beten) um Segen für Haus und Hof zu erbitten und Gefahren abzuwenden.
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Ostern
Zum Osterfest gibt es eine Reihe festlicher Ereignisse, die dem religiösen Brauchtum dieser Zeit entsprechen. Am Karsamstag früh (8.00 Uhr) versammeln sich Hunderte Kinder am Kirchplatz in Pöllau zum Weihfeuertragen. Nach der Segnung strömen sie in allen Richtungen aus und bringen das Feuer in die Häuser. Ein alter Spruch: "Laufen wie ein Weihfeuerträger". Ab Mittag gibt es die Segnung der Osterspeisen (Fleischweihe) in allen Gemeinden. Zur Osternacht werden die Osterfeuer entzündet. Am Ostersonntag um 6.00 Uhr früh erfolgt ein musikalischer Weckruf durch die Kernstockkapelle Pöllau.
Erstkommunionsfeier
Im Osterfestkreis wird jährlich zu Christi Himmelfahrt die Erstkommunion für die Kinder der 2. Volksschulklasse festlich gestaltet. Es ist zur Tradition geworden, dass die Erstkommunionskinder ein besonderes Fest erleben. Die ganze Pfarrgemeinde nimmt daran Anteil. Die Erstkommunion bedeutet, dass die Getauften möglichst früh in die volle Gottesdienstgemeinschaft aufgenommen werden, das heißt, dass sie bei der Messfeier auch zur Kommunion gehen dürfen. Die Erstkommunionfeier beginnt an Christi Himmelfahrt (Ende Mai) mit dem Einzug in die Pfarrkirche Pöllau um 8.30 Uhr.
Pfingsten
Das Wort "Pfingsten" entstand aus dem griechischen Wort "Pentecosta", der fünfzigste (Tag), denn das erste Pfingstfest wurde laut Apostelgeschichte am "Fest der (Weizen-)Ernte" fünfzig Tage nach dem österlichen Paschafest gefeiert. Durch den variablen Ostertermin variiert auch Pfingsten zwischen 10. Mai und dem 13. Juni. Pfingsten ereignete sich durch die biblisch berichtete Herabkunft des Heiligen Geistes: das Pfingstwunder. Durch Feuerzungen sichtbar kam der Heilige Geist über die Jünger und bewirkte ihr Sprechen in vielen fremden Sprachen. Auch Pfingsten, wie dieses Fest bei den Christen nun heißt, ist - im übertragenen Sinn - ein Erntefest: Christi Ernte und die Gründung der Kirche. Als die Christen den Zeitpunkt des Osterfestes anders als die Juden berechneten, hielten sie an dem Fest fünfzig Tage nach Ostern fest, dem Pfingstfest, das wahrscheinlich schon in apostolischer Zeit gefeiert wurde.
In Pöllau findet am Pfingstmontag traditionell die Firmung statt. Übrigens: Am Pfingstsonntag empfiehlt es sich etwas früher aufzustehen und vor allem nicht der letzte der Familie zu sein der noch schläft. Hierzulande gibt es nämlich den netten Brauch der "Pfingstlucken". Dies sind die "Spätaufsteher". Ihnen kann es an diesem Tag schon einmal passieren, das sie durch Brennnesseln, die von den "Frühaufstehern" heimlich am Fußende des Bettes platziert werden, etwas unsanft aus ihren Träumen gerissen werden. Also Vorsicht!
Fronleichnam in Pöllau
Eine ganz außergewöhnliche Fronleichnamsprozession können Sie in Pöllau miterleben. Ausgehend von der Kirche (Beginn 8.30 Uhr) führt die Prozession in den Aupark, wo die Hl. Messe gefeiert wird, die Abschlussfeier findet am Hauptplatz statt. Begleitet wird die Prozession von zwei Musikkapellen. Einzigartig an dieser Prozession ist, dass die Zunftfahnen, das sind die Fahnen der einzelnen Handwerksberufe (Zunft) von den Handwerksmeistern und ihren Mitarbeitern mitgetragen werden. Diese Art der Prozession mit Zunftfahnen gibt es nur mehr in Pöllau! Die Fahnen sind das ganze Jahr über in der Kirche aufgestellt und werden nur an diesem Tag im Jahr aus der Kirche geholt und bei der Prozession stolz präsentiert. Nach der Prozession gibt es noch einen Umtrunk am Hauptplatz d.h. jeder der zu einer Fahne und damit der entsprechenden Zunft geht, darf gegen eine kleine Spende aus einem Doppelliter Bier kosten.
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Christmette am 24. Dezember
Um 22.00 Uhr beginnt die Christmette in Pöllau und in Pöllauberg. Es ist zur Tradition geworden, dass die Menschen zu Fuß zur Kirche gehen: ein richtiger Kirchgang. Dabei gesellen sich immer mehr Menschen zu den Wandernden, je näher sie an die Kirchen kommen.
25. Dezember
Im Zusammenhang mit der Messe am 25. Dezember, am Stefanie-Tag, steht die Pferdesegnung. Reiter und Pferde aus dem gesamten Naturpark begeben sich dazu in den Kirchhof und nehmen die Segnung entgegen.
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1. Mai: Rund um den Maibaum
Der erste Tag des Wonnemonats Mai steht ganz im Zeichen der Freude über den Einzug des Frühlings: Im Naturpark Pöllauer Tal wird an verschiedenen Orten ein Maibaum aufgestellt. Über den Ursprung dieses Brauches ist man sich bis heute nicht einig. Wahrscheinlich geht der Maibaum auf eine Baum- und Waldverehrung in germanischer Zeit zurück. Man sieht in ihm eine Vergrößerung der Lebensrute, er ist Sinnbild der Fruchtbarkeit und des Segens.
In Pöllauberg wird am 1. Mai darüber hinaus der Beginn des Wallfahrerjahres gefeiert.
Muttertag
Bereits 1644 wurde in England zum ersten Mal vom "Mothering Day" berichtet, an dem alle Kinder und Enkelkinder sich bei den Eltern versammelten und feierten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er verstärkt in England gefeiert und etwa um 1900 wurde der Muttertag dann in Amerika als offizieller Feiertag eingeführt. 1909 wurde er bereits in 45 amerikanischen Bundesstaaten offiziell begangen und 1914 wurde er vom amerikanischen Kongress zu offiziellen Feiertag erklärt. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich dieser Brauch ganz allmählich auch in Europa durch. In Deutschland wurde der Muttertag 1923 zum ersten Mal offiziell gefeiert und 1933 zum Feiertag erklärt. Heute hat es sich durchgesetzt, das auch Omas, Stiefmütter und Personen, die "wie eine Mutter" sind , an diesem Ehrentag mit Blumen, kleinen Aufmerksamkeiten und lieben Grüßen bedacht werden.
Im Naturpark Pöllauer Tal findet alljährlich das Maisingen zum Muttertag mit der Singgemeinschaft Pöllau im Schlosshof in Pöllau statt.
21. Juni - Sonnenwende
Am 21. Juni, wenn die Sonne ihren höchsten Stand am Himmel erreicht, feierten unsere Vorfahren (Germanen, Kelten und Slawen) das Fest der Sommersonnenwende. Dazu wurden auf den umliegenden Anhöhen Feuer entzündet. Die sollten böse Geister, welche die Ernte bedrohten, vertreiben. Durch die Kirche wurde die Sonnenwendfeier auf den 24. Juni, den Johannistag, verlegt. Die Feuer wurden fortan als Johannisfeuer bezeichnet. Der Johannistag ist ein kirchlicher Feiertag, der nach Johannes dem Täufer benannt ist. Symbol dieses Johannistages ist eine Fichte, welche teilweise geschält und mit vielen Blumen geschmückt ist. In manchen Gegenden werden noch Bräuche mit eindeutig heidnischem Ursprung gepflegt. Es werden Johanniskronen oder -kreuze aus Eichenlaub gebunden und an Haustüren oder Dachsparren gebunden. Sie sollten vor Unwetter und anderen Unheil schützen. Früher hielten auch die Zünfte (die verschiedenen Handwerksberufe) ihr Jahresfest um den Johannistag herum ab. In den Themengärten am Pöllauberg, im Weingarten findet alljährlich zur Sonnenwende eine Lesung statt.
Rauchnächte im Naturpark Pöllauer Tal
"Rauchnächte" haben in unserer Region eine besondere Tradition und sind bis heute erhalten geblieben.
Am heiligen Abend (24.12.) ist die erste Rauchnacht: Betend zieht die gesamte Familie beim Einbruch der Dunkelheit durch Haus, Stall und auch über die Felder und in den Wald. Der Großvater betet vor und trägt dabei ein Gefäß gefüllt mit Glut aus dem Holzofen. Auf diese Glut streut er immer wieder zerkleinerte Palmbuschen vom vergangenen Osterfest. Betend bewegt sich die kleine Schar, dick eingehüllt in warme Kleidung über das Anwesen. Die bösen Geister wollen Sie damit verjagen und um Segen und Fruchtbarkeit für Mensch und Tier erbitten. Die Kälte und die Präsenz des Großvaters fordert die ganze Aufmerksamkeit der Kinder. So bemerken sie gar nicht, dass die Mutter plötzlich verschwunden ist: sie bereitet im Haus alles vor und öffnet die Tür, damit das Christkind kommen kann.
Diese Räucherung und Prozession wiederholt sich am Altjahrtag (31.12.) und am Vortag des heiligen Dreikönig-Tages (05.01.). |
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