Blühende Gärten, Parks und Blumen sind fester Bestandteil der Landschaft des Pöllauer Tales. Mit viel Sinn für Ästhetik und Liebe zum Detail werden sie seit jeher gehegt und gepflegt - vielleicht gerade weil wir von soviel wunderschöner Natur umgeben sind. Ob es sich um preisgekrönte Blumenarrangements handelt oder um einfache Blumenkisterln auf den Fensterbänken - die Menschen in unserer Region lieben es ihre Häuser und Gärten mit der bunten Pracht zu schmücken.
Mai 2008: Der Enzian blüht!
Direkt unterhalb des Gipfels, des sagenumwobenen Masenberges, liegt - ein bißchen versteckt - die Enzianwiese (auf der Wanderkarte eingezeichnet). Hier wächst, wie der Name bereits sagt, der Silikat-Glocken-Enzian (Gentiana acaulis)! Eine wirkliche Kuriosität in der Höhenstufe von 1170 m Seehöhe. Kennzeichnend für diesen großblütigen Enzian sind die olivgrünen Flecken im Schlund der Blüte. Das Hauptvorkommen dieses Enzians liegt in den subalpinen und alpinen Höhenlagen der Silikatgebirge.
Die Enzianwiese ist für Liebhaber der bunten Blütenpracht besonders bemerkenswert: die Gesamtzahl von verschiedenen Pflanzenarten liegt mitunter deutlich über 100 Pflanzen und viele davon sind selten und teilweise gefährdet. (Quelle: OIKOS, www.naturparke.at/biodiversitaet)
März 2008: Die vielseitige Weide
Es gibt samtig weiche, silbrig glänzende, eher grünliche und stachelig aussehende. Manche sind groß, manche unscheinbar klein. Unabhängig von ihrem Aussehen freut sich jeder sie im späten Winter zu sehen: Die Rede ist von Weiden und ihren auffallenden Blüten, die im Volksmund Palmkätzchen genannt werden.
Die Weide (Salix) ist eine vielseitige Pflanze: Durch die Beschaffenheit des Holzes ist sie sehr biegsam. Deshalb werden die dünnen Äste der Kopfweiden zum Korbflechten benutzt. Im Naturpark Pöllauer Tal stehen noch einige dieser imposanten Kopfweiden (siehe Foto). Eine weitere Eigenschaft, nämlich die der vegetativen Vermehrung, hilft bei der "Anpflanzung" von Weidenhäusern. Dazu werden abgeschnittene Weidenäste in den Boden gesteckt und verflochten. Im Frühling treiben die Äste dann aus und so wächst ein wunderschönes Weidenhaus heran (Foto: Weidenhaus am "Platzerl am Bach" ). Darüber hinaus enthält die Weide Salicylsäure, das als Grundstoff für Medikamente (Aspirin) dient.
Schließlich hat die Weide auch noch eine wichtige kulturelle Bedeutung: Am Palmsonntag - eine Woche vor Ostern - werden in Pöllau und Pöllauberg im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem die mitgebrachten Palmbuschen geweiht. Diese Palmbuschen werden als Segenszweige zu Hause aufbewahrt und zu Ostern bei den Landwirten auf den Feldern aufgesteckt (Grean-Beten), um Segen für Haus und Hof zu erbitten und Gefahren abzuwenden.