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Bedeutung g.U.

Pöllauer Hirschbirne g.U.


Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U., engl. PDO: protected designation of origin)
Das EU-Gütezeichen "g.U." garantiert, dass die Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgt ist. Sämtliche Produktionsschritte müssen also in dem betreffenden Gebiet stattfinden. Die Produkte weisen somit Merkmale auf, die ausschließlich mit dem Gebiet und den Fähigkeiten der Erzeuger in der Herstellungsregion zusammenhängen. Zwischen den Merkmalen des Produkts und seiner geografischen Herkunft muss ein objektiver enger Zusammenhang bestehen.

Logo_Geschützte Ursprungsbezeichnung

Unter der Bezeichnung „Pöllauer Hirschbirne g.U.“ werden ausschließlich von der Mostbirnensorte „Hirschbirne“ (alte Regionalsorte) gewonnene unverarbeitete Früchte sowie die daraus gewonnenen Dörrbirnen und der unvergorene Fruchtsaft verstanden.

Dörrobstland ©Rita Newmann

Gedörrte Pöllauer Hirschbirnen g.U., zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Form: birnenförmig, jedoch mit stark faltiger Oberfläche, durch den Dörrprozess unregelmäßig deformiert
  • Größe der Früchte: Länge ca. 23-47 mm, im Mittel 36,4 mm, Breite ca. 24-44 mm, im Mittel 32,5 mm
  • Gewicht: 7-27 g, im Mittel ca. 13 g
  • Schale mit dunkelbrauner Farbe, charakteristisch hell blaugrau bereift
  • Fruchtfleisch: außen hart-trocken, fest, innen zäh-weich und klebrig, mittel- bis dunkelbraun
  • Kerngehäuse: charakteristisch hohl
  • Geruch: arteigen, leicht würzig, feiner Dörrobstgeruch, ohne Fremdgerüche
  • Geschmack: karamellartiger Dörrbirnengeschmack, süßlich.

 

Der Saft aus der Pöllauer Hirschbirne g.U. ist wie folgt charakterisiert:

  • Farbe: hell goldgelb bis satt goldgelb, selten fast bronzefärbig
  • Klarheit: Je nach Herstellungsverfahren können klare bis naturtrübe Säfte erzeugt werden
  • Geruch: dörrobstartig, leichte Acetaldehydtöne und Gewürznoten (Majoran) können vorhanden sein
  • Geschmack: aromatisch, dörrbirnenartig, typische Frucht mit einer Note von grünen Birnen; harmonisch, ausgewogenes Zucker-Säure-Gerbstoff-Verhältnis; im Abgang nachklingende Säure
  • Sonstiges: ein Ausfallen von Gerbstoffen in Form von teilkugeligem Trub ist möglich.

 

Hirschbirnen Verbreitung ©OIKOS

Das Pöllauer Tal (Naturpark) ist traditionelles Kerngebiet der Kultur der Pöllauer Hirschbirnbäume und der Verarbeitung der Pöllauer Hirschbirnen.

Das abgegrenzte geografische Gebiet umfasst Teile der beiden steirischen Klimalandschaften „Steirisches Randgebirge“ und „Vorland“ sowie die vergleichbaren Klimazonen in Niederösterreich. Die dort vorherrschenden milden Klimalagen lassen die Pöllauer Hirschbirne optimal wachsen, blühen und fruchten, sodass es zu einer bestmöglichen Ausprägung ihrer qualitativen Eigenschaften und Merkmale kommen kann.

Das Erzeugungsgebiet erstreckt sich über die im Folgenden genannten verwaltungspolitischen Bezirke der Bundesländer Steiermark und Niederösterreich:

  • Bundesland Steiermark: Bezirke Südoststeiermark (und zwar nur der Anteil des ehemaligen Bezirkes Feldbach), Hartberg-Fürstenfeld, Graz, Graz-Umgebung, Hartberg, Weiz
  • Bundesland Niederösterreich: Bezirke Neunkirchen, Wiener Neustadt-Land

Das Herkunftsgebiet der Rohstoffe ist mit dem Erzeugungsgebiet identisch.

Hirschbirnen am Baum ©Christine Schwetz

Entscheidend dafür sind die geringe Anzahl der Frosttage in den zur Kultur geeigneten Gunstlagen des Erzeugungsgebietes (ca. 80-110 Tage) sowie die Dauer der Vegetationsperiode (ca. 185 bis 245 Tage). Da die Hirschbirnenblüte empfindlich gegenüber Spätfrösten ist, finden sich die geeignetsten Lagen im Erzeugungsgebiet an Hängen und Rücken in ca. 300 bis 800 m Seehöhe außerhalb der Inversionslagen bzw. Kaltluftseen der Täler und Becken. Über dieser Zone reifen die Früchte in Höhenlagen bis zu 1.000 m Seehöhe nur noch in ausgesprochenen Gunstlagen aus. Ideale Wachstumsbedingungen findet die Pöllauer Hirschbirne g.U. in nicht zu schweren, frischen, überwiegend kalkarmen Böden des geografisch abgegrenzten Gebiets vor, sofern diese keine Stauhorizonte aufweisen.
Das fachliche Know-How der Erzeuger gilt als entscheidender Faktor in der Herstellung und beruht auf traditionellem Wissen um Produktion und Verarbeitung der Pöllauer Hirschbirne g.U. im geografischen Gebiet, in dem die hierzu erforderlichen Spezialkenntnisse über Jahrhunderte hinweg (nachweislich bis ins 19. Jahrhundert; eine Präsentation der Pöllauer Hirschbirne g.U. fand bereits bei der Reichsobstausstellung 1888 durch Produzenten aus dem Erzeugungsgebiet statt) entwickelt und von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Der Erfolg der Verarbeitung der Pöllauer Hirschbirne g.U. hängt weiters eng vom Wissen um die Reifephasen der Früchte und somit um den richtigen Erntezeitpunkt für die Verarbeitung zu Saft und Dörrobst ab.

Wusstest du schon, dass…

… die Pöllauer Hirschbirne g.U. von der EU als geschützte Ursprungsbezeichnung ausgezeichnet wurde

und das EU-Gütezeichen „g.U.“ garantiert, dass die Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgt ist.

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